Glossar

Standard-Glossar

Search for glossary terms (regular expression allowed)
Begin with Contains Exact termSounds like
Term Definition
Ḥarām

Ḥarām ist etwas, das Muslimen verboten ist (wie beispielsweise der Genuss von Alkohol oder Schweinefleisch, dass Männer und Frauen einander berühren oder dass Männer Frauen mit einem begehrlichen Blick anschauen).

Der Begriff „Harem” leitet sich von Ḥarām ab.

Etwas, das Muslimen erlaubt ist, ist Ḥalāl oder Mubāḥ. Etwas, das Muslimen verpönt ist, ist Makrūh.

Zugriffe: 517
Ḥiǧāb

Der Begriff  حجاب Ḥiǧāb  bzw. Hidschāb bezeichnet meist die verhüllende Kleidung muslimischer Frauen (grundsätzlich ist der Begriff Ḥiǧāb theologisch weiter gefasst - siehe weiter unten).

Irrtümlich wird der Begriff häufig nur auf das Kopftuch bezogen, aber die Bedeckung des Kopfes ist nur ein Teil des Hidschāb.

Der Ḥiǧāb bedeckt den gesamten Körper einschließlich des Haupthaars und oft auch der Stirn, der Wangen und des Kinns. Lediglich Gesicht (Augenpartie, Nase und Mund), Hände und Füße müssen nicht bedeckt sein.

Ḥiǧāb ist grundsätzlich Farḍ, also Pflicht.

Zugriffe: 1568
Ḥiǧābi

Arabische Bezeichnung für eine Frau, die regelmäßig Ḥiǧāb trägt.

Auch: Muḥaǧāba.

Zugriffe: 464
Integralschleier

Wörtliche, aber recht merkwürdig anmutende Übersetzung einiger Medien für die in Frankreich erfundene (und nicht weniger merkwürdige) politische Bezeichnung „voile intégral” für die Verschleierung mit dem Niqāb bzw. „der Burka” ins Deutsche.

Meist wird „voile intégral” jedoch mit dem Begriff „Vollverschleierung” in die deutsche Umgangssprache übertragen (wobei dieser Begriff im Deutschen keinen Sinn ergibt, da er nach den Regeln der deutschen Sprache auf den Füllzustand des Schleiers Bezug nimmt, nicht auf seine Beschaffenheit).

Eine arabische Entsprechung für diesen Begriff gibt es übrigens, soweit mir bekannt, nicht. Das arabische „Niqāb” (نقاب) bedeutet übersetzt „Gesichtsschleier, Gesichtsmaske”, das arabische „Burqu'” (برقع‎‎) bedeutet übersetzt „Schleier, Bedeckung, Verhüllung”. Was wir meist „Burka” nennen, jener meist blaue Schleier aus Afghanistan mit dem in den Schleier integrierten Stoffgitter vor den Augen, wird dort als „Chadri” bezeichnet (zu deutsch „Zelt”).

Vermutlich ist das französische „voile intégral” die Vorlage für den im Deutschen heute weit verbreiteten umgangssprachlichen Begriff „Vollverschleierung”.

Zugriffe: 434
Khaliji-Burka

Eigentlich Khalījī Burqu' (arab. خليجي برقع).

Arab. Khalījī bezeichnet den Arabischen Golf (bei uns besser bekannt als „Persischer Golf“). 

Arab. Burqu' bedeutet zu deutsch „Schleier, Bedeckung, Verhüllung“ und kann grundsätzlich jede Art von Schleier bedeuten, sowohl mit als auch (häufiger) ohne Bedeckung des Gesichts

Der Begriff Khalījī Burqu' wird häufig für ein komplettes Schleier-Ensemble verwendet, wie er am Arabischen Golf traditionell üblich ist, also ein langer, weiter Körperschleier, ein meist großes Kopftuch und ein Baṭṭūlah.

Manchmal wird der Begriff aber auch Synonym für den Baṭṭūlah verwendet. 

Zugriffe: 233
Khimar

Arabische Bezeichnung für ein großes Kopftuch, das wenigstens bis weit über die Schultern, oft über die Brust, manchmal bis zu den Oberschenkeln und in einigen Fällen bis zu den Knien reicht.

Zugriffe: 647
Kopftuch

Eine Kopfbedeckung, die in vielen verschiedenen Formen verbreitet ist - wobei jedoch diese Bezeichnung im Hinblick auf muslimische Frauen sachlich korrekt, aber doch eher irreführend ist.

Im Arabischen „Tarha”, im Türkischen „Başörtüsü” oder „Esarp”.

Häufig auch als Hidschāb bezeichnet, wobei die Kopfbedeckung gleich welcher Art ursprünglich nur einen Teil des Hidschāb darstellt.

Zugriffe: 1112
Mahram

Ein Mahram ist ein Mann, mit dem eine Frau nach islamischem Recht nicht die Ehe eingehen darf.

Damit ist er für sie kein fremder Mann, und sie darf sich vor ihm im Prinzip so zeigen, wie sie sich auch gegenüber Frauen zeigen darf.

Zugriffe: 632
Makrūh

Makrūh ist eine Handlung, die Muslimen verpönt ist, die missbilligt wird. Sie zieht keine jenseitige Strafe nach sich.

Es sind Handlungen, deren Tun nach religiöser Auffassung nicht geschätzt wird und die deshalb vermieden werden sollten.

Das Unterlassen von Handlungen, die Makrūh sind, wird im Jenseits belohnt.

Makrūh ist auch das Missachten von beliebten oder bevorzugten Taten.

Eine Steigerung wäre Ḥarām, eine verbotene Handlung, die eine jenseitige Strafe nach sich zieht.

Zugriffe: 456
Metallburka

Eine „Metallburka” gibt es nicht, obwohl viele sie gesehen haben wollen (sie ist damit ein vermeintliches UBO; ein unidentifiziertes Burka-Objekt).

Tatsächlich handelt es um einen ein aus golden gefärbter Baumwolle (manchmal auch Pappe) gefertigten Baṭṭūlah.

Zugriffe: 443
Mimik

Anders als oftmals angenommen, ist das Ausdrücken und das Erkennen der menschlichen Mimik keine angeborene Fähigkeit des Menschen, sondern wird von ihm erlernt. Dabei gibt es starke kulturelle Unterschiede.

Darum gibt es zwischen verschiedenen Kulturen (z.B. zwischen „Weißen”  wie Europäern, Amerikanern oder Australiern, (Ost-) Asiaten wie Chinesen, Japanern oder Koreanern) und  (Subsahara-) Afrikanern) sogenannte Mimik-Barrieren. Diese Barrieren erschweren die nonverbale Kommunikation untereinander, weil mimische Äußerungen nicht oder falsch verstanden werden.

Das zeigt sich schon daran, wo sich das Spiel der Mimik konzentriert.

„Weiße” etwa verwenden für die Mimik das ganze Gesicht, vor allem aber Mund- und Kinnpartie, Asiaten hingegen konzentrieren sich auf die Augen. Manche Subsahara-Afrikaner dagegen ordnen manchmal bestimmten Gesichtsausdrücken gar keine Gefühle zu, sondern beschreiben einfach nur, was sie sehen (z.B. „Zähne zeigen” statt „lächeln” oder „Wut”).

Was „Weiße” vor allem mit der Mimik der Mund- und Kinnpartie zum Ausdruck bringen, bleibt Asiaten meist verborgen (z.B. Angst und Ekel). Umgekehrt erscheint „Weißen” der Gesichtsausdruck von Asiaten oftmals emotionslos, weil wir vor allem auf Mund- und Kinnpartie achten und das, was Asiaten über ihre Augen ausdrücken, übersehen.

Natürlich stellt auch der Niqāb eine Mimik-Barriere dar. Im Grunde nehmen „Weiße” im Gesicht einer Frau, die Niqāb trägt, ebenso viel oder wenig Mimik wahr wie im Auge eines Asiaten, der Niqāb lässt uns die Frau emotionslos erscheinen.

Zugriffe: 492
Muḥaǧāba

Arabische Bezeichnung für eine Frau, die regelmäßig Ḥiǧāb trägt. Auch: Ḥiǧābi.

Trägt sie auch einen Niqāb, so nennt man sie eher Munaqāba (auch: Niqābi).

Zugriffe: 435
Munaqāba

Arabische Bezeichnung für eine Frau, die regelmäßig Niqāb trägt. Auch: Niqābi.

Zugriffe: 486
Mustaḥabb

Mustaḥabb ist eine Handlung, die Sunna (empfehlenswert) und wünschenswert ist.

Vielen Muslimas, die Niqāb tragen, dies aber nicht als Farḍ (Pflicht), sondern als Sunna betrachten, sehen den Niqāb als Mustaḥabb, als eine wünschenswerte Handlung.

Zugriffe: 484
Niqāb

Niqāb” ist ein Sammelbegriff für einige einander sehr ähnliche Gesichtsschleier (die im Deutschen oft fälschlich als „Burka” oder „Vollverschleierung” bezeichnet werden).

Der arabische Begriff نقاب bedeutet einfach nur „(Gesichts-) Schleier”, kann aber auch mit „(Gesichts-) Maske” übersetzt werden.

Im Arabischen würde beispielsweise auch der europäische Brautschleier „Niqāb” genannt werden. Der Begriff findet sich in arabischen Bibeln auch da, wo im Text vom Schleier die Rede ist (denn auch die jüdisch-christliche Bibel kennt den Schleier).

Im Deutschen kann man entweder nach den DMG-Regeln „Niqāb” schreiben oder vereinfacht „Nikab” - oder man übersetzt den Begriff ins Deutsche: „Gesichtschleier”. Falsch ist die Schreibweise „Niquab” (sie müsste im Deutschen auch „Nikvab“ gesprochen werden statt korrekt „Nikab“), und auch die verbreitete Schreibweise „Niqab” ist nicht ideal, wenn auch im Deutschen möglich (Eigennamen aus dem Arabischen oder Albanischen dürfen mit einem /q/ ohne ein folgendes /u/ übernommen werden, und das /q/ wird dann als „k“ ausgesprochen).

Zugriffe: 1716