... und über ihren Betreiber.

www.Burkaverbot.de ist eine private Home Page und wird von einem Christen betrieben, der es als seine Aufgabe sieht, sich für die Religionsfreiheit von Kopftuch (Hidschāb, Esarp, Khimar usw.) und insbesondere auch Schleier (Niqāb, Çarşaf, Burqa usw.) tragenden muslimischen Frauen einzusetzen.

Mein Name ist Michael Ohlhus-Molthagen - ich bin ein evangelischer Christ und gehöre zu einer Baptistengemeinde im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Ich rechne mich zum linken Flügel der evangelikalen Bewegung, bin evangelisch-freikirchlicher Amateurtheologe und baptistischer Laienprediger.

Mehr über mich können Sie auf meiner privaten Home Page K. & K. Momentaufnahmen erfahren.

Vieles von dem, was ich über den Schleier weiß, verdanke ich meinen Erfahrungen - denn hin und wieder trägt meine Frau in der Öffentlichkeit Kopftuch oder sogar Schleier (so wie auf diesem Selfie, das im Zoo Karlsruhe entstanden ist). Wir tun dies im Rahmen der Arbeit für diese Home Page. So sammeln wir beispielsweise Erfahrungen, wie die Menschen auf verschleierte Frauen reagieren, wie es den verschleierten Frauen selbst ergeht.

Ein Selfie: Meine Frau und ich

Natürlich kenne ich auch sonst einige muslimische Frauen, die Kopftuch oder Schleier tragen. Ich trete sehr dafür ein, daß wir nicht über sie sprechen, sondern mit ihnen.

Weil ich einige dieser Frauen kenne, weiß ich auch, daß sie in der Regel nicht unterdrückt sind. Ich kenne keine Frau, die zu ihrem Schleier gezwungen werden (ich kenne allerdings einige muslimische Mädchen, die von ihren Eltern zum Kopftuch gedrängt oder sogar gezwungen werden). Ich kenne allerdings einige muslimische Mädchen und Frauen, die von ihren Eltern oder Ehemännern daran gehindert werden, Schleier zu tragen - und ich weiß, daß sie darunter leiden. Warum wischen wir diese Not so unbekümmert und ohne Empathie zur Seite?

Ich betrachte mich darüber hinaus als Islamkundler, weiß also einiges über den Islam und über die Muslime.

Zu erwähnen wäre, dass ich Prosopagnostiker bin, ich bin also „gesichtsblind”. Ich kann ein Gesicht als solches erkennen, aber keiner bestimmten Person zuordnen (Menschen erkenne ich an ihren Stimmen, ihren Bewegungen, ihrer Körperhaltung). Ich bin auch nicht in der Lage, die Mimik eines Menschen zu deuten - für diesen Bereich der nonverbalen Kommunikation bin ich also ebenfalls blind. Das bedeutet, dass für mich jeder Mensch einen Schleier trägt. Das bedeutet im Alltag durchaus die eine oder andere Einschränkung - ohne aber das menschliche Miteinander in starkem Maße zu erschweren oder gar unmöglich zu machen.

Natürlich ist es für einen Laienprediger nicht schön, auch nach 15 Jahren in der gleichen Gemeinde immer noch nicht alle GottesdienstbesucherInnen erkennen zu können. Und ich weiß, dass es die Kommunikation einschränkt, wenn das Gesicht mit seiner Mimik nicht zu erkennen ist. Ich weiß aber auch, dass der damit einher gehende Verlust die Kommunikation nicht unmöglich macht. Es bleibt ja die Stimme, es bleiben die Körperhaltung und die Bewegungen, es bleibt gerade auch das Reden mit den Händen. Ich schätze, ich nehme 70-75 % dessen wahr, was mein in meiner Wahrnehmung verschleiertes Gegenüber mit mitteilt. Natürlich bin ich aufgrund meiner Einschränkung darin geschult, am Gesicht und seiner Mimik vorbei Stimme, Gestik, Haltung zu deuten. Aber ich bleibe bei meiner Überzeugung, dass der Gesichtsschleier einer Frau Kommunikation nicht verhindert, nicht einmal übermäßig einschränkt.

Ich spreche also als „Insider”, als jemand mit eigener Erfahrung - nicht nur theoretisch.

Aus Erfahrung weiß ich übrigens auch: Normalerweise haben Kinder keine Angst vor verschleierten Frauen. Kinder, die ängstlich auf den Anblick einer verschleierten Frau reagieren, spiegeln die Ängste oder die Vorurteile ihrer Eltern wider. Die normale kindliche Reaktion ist Neugierde. Die Reaktion der Eltern (oder auch der ErzieherInnen und LehrerInnen) auf diese kindliche Neugierde prägt den weiteren Umgang der Kinder mit dem Anblick verschleierter Frauen.

Als Baptist ist mir die Religionsfreiheit sehr wichtig. Unsere „Väter” haben erhebliche Einschränkungen in der Religionsfreiheit erlebt, seitdem sie vor mehr als 400 Jahren als Glaubensflüchtlinge von England her nach Holland kamen, wo sie dann die erste Baptistengemeinde gründeten. Sie haben erlebt, was es bedeutet, wenn man ihnen die Kinder wegnimmt, zwangstauft und in fremde Familien gibt. Wenn man ihnen die Eheschließung oder das kirchliche Begräbnis verweigert. Aus dieser Erfahrung heraus hat schon Julius Köbner, eine der Gründergestalten des deutschen Baptismus, 1848 Religionsfreiheit nicht nur für die eigene Kirche gefordert, sondern bewusst „für jeden Menschen, der den Boden des Vaterlandes bewohnt, wir fordern sie in völlig gleichem Maße für Alle, seien sie Christen, Juden, Muhamedaner (sic!) oder was sonst" (Manifest des freien Urchristenthums an das deutsche Volk, siehe diesen Link).

Religionsfreiheit ist für mich immer auch die Religionsfreiheit der anderen - hier eben die Religionsfreiheit muslimischer Mädchen und Frauen, die aus eigener Überzeugung Kopftuch oder auch Schleier tragen wollen.

Ich folge im Allgemeinen eher einem klassischen amerikanischen Verständnis von Religionsfreiheit, das die Rechte des Individuums gegenüber der Gemeinschaft stärkt. Grenzen kann es nur da geben, wo die Rechte Dritter in einem Maße eingeschränkt werden, das nicht mehr hingenommen werden kann - was nicht geschieht, solange Frauen einfach nur ihr Kopftuch oder ihren Schleier in der Öffentlichkeit tragen. Es würde erst da zu einer nicht hinnehmbaren Einschränkung kommen, wo unverschleierte Frauen im öffentlichen Raum diskriminiert oder zur Verschleierung genötigt würden. In diesem Fall müsste man die Diskriminierung bzw. die Nötigung abstellen, ohne zugleich die verschleierten Frauen ihrerseits zu nötigen oder zu diskriminieren.

Ich bin zudem überzeugt, dass zur Religionsfreiheit auch das Recht gehört, nicht einer religiösen Mehrheits- oder Schulmeinung folgen zu müssen, sondern eigenen religiösen Überzeugungen folgen zu dürfen. Religionsfreiheit bzw. Bekenntnisfreiheit beinhaltet eben auch die Deutungshoheit über die eigene Religion und ihre Ausübung sowohl im Privaten als auch in der Öffentlichkeit. Niemand darf gezwungen werden, anderen die Deutungshoheit überlassen zu müssen. Auch Minderheitsmeinungen sind schützenswert - selbst dann, wenn sie radikal sind.

Ich glaube, dass Gott mich in diese Arbeit hineingestellt hat (so ganz mein Herzensthema ist es nicht...). Offenbar kann Gott es nicht ausstehen, wenn muslimische Mädchen und Frauen daran gehindert werden, ihr Leben ihrem Herzensglauben gemäß zu gestalten. Gott freut sich, wenn wir Menschen ein zufriedenes, glückliches und erfülltes Leben führen - und wenn dies für eine muslimische Frau, die Gott gefallen will, darin besteht, ein Kopftuch oder einen Schleier zu tragen, dann sollte der Mensch diese Frau nicht daran hindern oder auch nur darin einschränken. Ich glaube nicht, dass wir Gott damit gefallen - eher im Gegenteil. Gott steht auf Seiten der Unterdrückten und Schwachen und all derer, denen wir unnötige Lasten auferlegen (lies und versteh Jesaja 58,6; Matthäus 25,31-46).

Natürlich weiß ich, dass manch eine Frau gezwungen wird, Kopftuch oder Schleier zu tragen. Dabei handelt es sich aber zumindest in Europa nur um eine Minderheit der verhüllten Frauen. Dieser Zwang ist nicht hinzunehmen - kann aber nicht als Rechtfertigung dafür herhalten, dass wir allen Frauen verbieten, Kopftuch oder Schleier zu tragen.


Geschichte dieser Website

Etwa im Jahr 2005 habe ich begonnen, mich im Internet für die Religionsfreiheit von muslimischen Frauen einzusetzen, die Kopftuch tragen - zuerst noch auf meiner privaten Website.

Etwa im Jahr 2008 habe ich mich dann darüber hinaus auch für die Religionsfreiheit von Frauen eingesetzt, die die sogenannte Burka tragen.

Im März 2010 habe ich dann die Domain Burkaverbot.de eingerichtet. Von März 2010 bis Juni 2012 habe ich hierfür ein Content Management System gepflegt, von Juni 2012 bis Oktober 2015 habe ich Blogger.com als Plattform genutzt, seit Oktober 2015 verwende ich wieder ein Content Management System.

Im Dezember 2015 kamen noch ein Twitter-Account und eine Facebook-Seite dazu.

Der bisher am häufigsten aufgerufene Artikel ist übrigens der zum Mythos „In Deutschland gilt das Vermummungsverbot!” (am 30.09.2016 genau 10.182 Aufrufe seit 26.11.2015).