„Anfang 2015 führte Muhammad H. (19) seine vollverschleierte Frau an einer Kette durch Wuppertal“.

Diese Behauptung wird von Islamfeinden gerne ins Feld geführt, um die angebliche Unterdrückung der „vollverschleierten“ Frauen zu belegen. 

Die „Bild“-Zeitung schrieb am 18. Juli 2016 dazu: „Demnach hatte der mutmaßliche Gotteskrieger ein Ende der Kette am Handgelenk seiner Frau fixiert, das andere Ende an seinem Rucksack befestigt. Entsprechende Fotos des Spaziergangs hätten die Behörden in ihren Akten.“ 

Das nordrhein-westfälische Innenministerium scheint solche Fotos jedoch nicht zu kennen. Lt. „Westdeutscher Zeitung“ vom gleichen Tag verwies der hierauf angesprochene Sprecher des Innenministeriums, Jörg Rademacher, an die Wuppertaler Polizei. Die wiederum erklärte laut dem Bericht, „sie kenne die Geschichte auch nur aus den Medien“. 

Am 23. Juni 2017 schrieb dieselbe Zeitung im Hinblick auf diesen angeblichen Vorfall, „die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte dies nicht. Es habe damals in dieser Sache kein Ermittlungsverfahren und auch keine Identifikation der Person gegeben, teilte der Oberstaatsanwalt mit“.

Es ist also vermutlich nur eine Zeitungsente.

Zudem hat noch nie jemand gesehen, dass eine verschleierte Frau an einer Kette geführt wird - so etwas gibt es vermutlich nur in SM-Studios, aber nicht im wirklichen Leben muslimischer Frauen in Deutschland. 

Es gibt übrigens auch noch ein bei Islamfeinden beliebtes Foto, dass eine Gruppe muslimischer, mit einem afghanischen Tschadri verhüllter Frauen zeigt, die aneinandergekettet sind und von einem Mann an einer Kette geführt werden. Dabei handelt es sich jedoch um eine Fotomontage - im Originalbild sieht man zwar die Frauen und den Mann, aber keine einzige Kette. Diese wurden erst nachträglich in das Bild montiert.