„Mit Burka oder Nikab kann man kostenlos Bus oder Bahn fahren, und als Autofahrer muss man keine Angst vor Radarfallen haben.”

Wer in einem Bus oder einer Bahn sitzt, muss für den Abgleich personengebundener Fahrausweise mit einem Lichtbild auf dem Fahrausweis oder einem mitzuführenden Lichtbildausweis selbstverständlich in aller Regel den Gesichtsschleier lüften - viele dieser Frauen verwenden darum übertragbare Fahrausweise oder lüften halt für die Kontrolle den Schleier.

Vielen Kontrolleuren reicht aber auch die Vorlage einer BahnCard oder einer Kreditkarte.

Meine BahnCard beispielsweise hat schon länger kein Lichtbild mehr, und ich wurde bei der Kontrolle noch nie gebeten, einen Lichtbildausweis zum Abgleich vorzulegen, obgleich BahnCard-Inhaber*innen verpflichtet sind, einen Lichtbildausweis mitzuführen, wie es auf der BahnCard ausdrücklich heißt: „Nur zusammen mit einem amtlichen Lichtbildausweis gültig”.

Dabei gilt: Wenn bei einer Fahrausweiskontrolle unverschleierte Personen die auf ihren Fahrkarten oder ihrer BahnCard verzeichnete Identität nicht mit einem Lichtbildausweis nachweisen müssen, dann darf man bei der Kontrolle nicht von verschleierten Personen verlangen, einen Lichtbildausweis vorzuzeigen und den Schleier zu lüften - das wäre diskriminierend.

Was Radarfallen im Straßenverkehr betrifft - die fehlende Identifizierbarkeit gibt es auch bei Motorradfahrern, die dunkle Schutzhelme tragen. Bei Motorradfahrern ist bei Frontalblitzern nicht einmal ein Kennzeichen zu erkennen.

Sollte eine Autofahrerin mit Gesichtsschleier geblitzt werden, aber abstreiten, am Steuer gesessen zu haben, so werden das Gericht oder die Behörden ihr auferlegen, ein Fahrtenbuch zu führen. Allerdings ist mir bisher kein derartiger Fall bekannt.