„Man muss einen Menschen doch identifizieren können, damit man weiß, mit wem man es zu tun hat...”

Nur weil ein Mensch keinen Niqāb trägt, kann er doch nicht zweifelsfrei als eine „ungefährliche” Person, als ein Mann oder eine Frau, als ein junger oder ein alter Mensch oder was sonst identifiziert werden...

Wie oft begegnen wir Menschen, bei denen wir uns nicht sicher sind, ob es Frauen oder Männer sind?

Weiß man, wenn man einem Menschen begegnet, ob es sich nicht um eine verkleidete Person handelt?

Wir begegnen jeden Tag Personen, die völlig verkleidet sein könnten:

  • Ein Mann, der von uns als Frau identifiziert wird (Perücke, Make-up, Brille, Frauenkleidung)
  • Ein junger Mann, der von uns als alter Mann identifiziert wird (Teilglatzenperücke, Make-up)
  • Eine junge Frau, die von uns als älterer glatzköpfiger Mann identifiziert wird (Glatzenperücke, Make-up, Kleidung)
  • Ein hellhäutiger Mann, der von uns als dunkelhäutiger Mann identifiziert wird (Make-up)

Mit zugegeben viel Aufwand kann man sogar einen Menschen als Gorilla ausgeben, wie ich kürzlich in einer Dokumentation sehen konnte.

Jede Person, der wir begegnen, könnte ein Terrorist sein, eine Bombe im Kinderwagen, eine Waffe im Geigenkasten... Sie könnte sogar als eine Person verkleidet sein, die wir zu kennen glauben. Oder sie trägt vielleicht eine Polizeiuniform...

Es ist ein Mythos, dass ohne Niqāb jederzeit eine sichere Identifizierung von Menschen möglich wäre - zumal wir ja auch die meisten Menschen, denen wir im öffentlichen Raum begegnen, gar nicht kennen. Wir müssten uns erst einen Lichtbildausweis zeigen lassen und damit die Identität der Person abgleichen. Und das wiederum ist in Deutschland kein Jedermannsrecht - nur Polizei und Staatsanwaltschaft dürfen die Identität einer Person feststellen. Und nur die Polizei könnte auch feststellen, ob womöglich nach der Person gefahndet wird.

Tatsächlich bietet der Niqāb in gewisser Weise sogar einen Vorteil: Wir wissen sofort, dass diese Person „maskiert” ist. Bei einer Person, die sich sehr gut verkleidet hat, fällt uns das gar nicht auf. Wir kommen gar nicht auf die Idee, dass die hübsche, hochgewachsene Blondine, die uns freundlich anlächelt, ein Terrorist sein könnte, der in seinem Rucksack eine Bombe mit sich herum trägt.

Der Niqāb bedeutet in dieser Hinsicht kein Sicherheitsrisiko.