Ist die komplette Verschleierung mit einer Burqa oder einem Niqāb nicht ungesund?

In der Tat besteht beim Verschleiern ein etwas erhöhtes Gesundheitsrisiko.

So bilden verschleierte Frauen aufgrund eines Mangels an UVB-Einstrahlung weniger natürliches Vitamin D in der Haut, was gerade in sonnenärmeren Gegenden wie Deutschland nicht unproblematisch ist:

  • Erhöhtes Infektionsrisiko
  • Erhöhtes Risiko, an Osteomalazie zu erkranken
  • Verminderung der Knochendichte, erhöhte Gefahr von Knochenbrüchen (z.B. Beckenbruch bei Geburten), Störungen der Gehbewegungen
  • Stark erhöhtes Risiko, aufgrund einer Muskelschwäche und der Gefahr eines Beckenbruchs eine Geburt per Kaiserschnitt erleiden zu müssen
  • Störung der Knochenbildung bei ungeborenen und gestillten Kindern (nachweisbar bis wenigstens zehn Jahre nach der Geburt anhand von Mineralisierung, Knochenumfang und -dichte) bzw. erhöhtes Risiko für die Kinder, an Rachitis zu erkranken
  • Erhöhtes Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, möglicherweise ungünstige Beeinflussung eines Verlaufs einer bestehenden MS-Erkrankung
  • Möglicherweise erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken

Dabei gilt, dass je nach Material, Dicke und Farbe des Stoffs mehr oder weniger UVB-Strahlung die Haut erreicht. Baumwolle lässt deutlich mehr UVB-Strahlung passieren als Polyester (weiße Baumwollhelden eignen sich darum auch nicht als Schutz gegen UVB-Strahlung).

Für diese Probleme braucht es allerdings keinen Schleier - genau das Selbe gilt nämlich auch:

  • für Frauen, die lange Mäntel und Kopftuch tragen und pro Woche nicht wenigstens 180 Minuten helles Sonnenlicht auf das Gesicht bekommen
  • für dunkelhäutige Frauen und natürlich auch Männer, deren dunkle Haut in bezug auf die UVB-Strahlung wie ein Schleier wirkt
  • für Männer mit Vollbart, wenn zugleich an der Sonne lange Kleidung getragen wird (z.B. ein Anzug)
  • für Menschen, die tagsüber in künstlich beleuchteten Büros, Fabrikhallen usw. untergebracht sind
  • für Menschen, die „die Nacht zum Tag machen”
  • für Menschen, die aus Angst vor Hautkrebs oder auch wegen des Wunsches, eine möglichst helle Haut vorweisen zu können, die Sonne meiden

Diese Liste ist nicht vollständig.

Im Winter verschärft sich diese Problematik natürlich noch - dann leiden sogar sehr viele hellhäutige Menschen hierzulande aufgrund des Mangels an UVB-Strahlung an einem Vitamin-D-Mangel.

Und Kinder, die nicht gerade im Spätsommer oder Herbst geboren werden, leiden hierzulande ebenfalls an einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Vitamin-D-Mangel, auch ohne dass die Mütter verschleiert sind.

Dem Mangel an natürlichem Vitamin D kann mit künstlicher UV-Bestrahlung sowie dem Genuss von Lebertran, fettem Fisch, Butter oder Eiern, aber auch unter ärztlicher Aufsicht mit entsprechenden Vitamin-Präparaten entgegengewirkt werden (bei denen allerdings eine Überdosierung unbedingt vermieden werden muss).

Die meisten Niqābi sind sich des Vitamin-D-Problems bewusst (oft mehr als die anderen Bevölkerungsgruppen, bei denen ein erhöhtes Risiko eines Vitamin-D-Mangels besteht); zudem werden sie von ihren Ärzten darauf hingewiesen und erhalten eine entsprechende ärztliche Beratung.

Zu beachten ist, dass nur etwa ein Fünftel des benötigten Vitamin Ds über die Nahrung zugeführt werden kann - vier Fünftel muss der Mensch mit Hilfe von UVB-Strahlung über seine Haut erzeugen. Zudem ist natürlich gebildetes Vitamin D jeglichen Ersatzpräparaten unbedingt vorzuziehen, da der Körper es besser verwerten kann.

Insbesondere sind hier die Bedürfnisse von Kindern zu beachten, deren Mütter während der Schwangerschaft oder Stillzeit komplett verschleiert sind (oder einer anderen Risikogruppe angehören).

Ist in einem geschützten Bereich ein tägliches Sonnenbad ohne komplette Verschleierung möglich, so ist dies freilich die beste Möglichkeit, einem Mangel an Vitamin D und den daraus resultierenden Problemen entgegenzuwirken. Zwei- bis dreimal die Woche jeweils 20 Minuten "Sonnendusche" auf Arme, Beine und Gesicht werden empfohlen und gelten als ausreichend und auch nicht gefährlich im Hinblick auf Hautkrebs.

Es sei nämlich daran erinnert, dass ausgiebiges Sonnenbaden das Hautkrebsrisiko erhöht. Darum ist jeder Sonnenbrand unbedingt zu vermeiden. Und die Augen sind besonders zu schützen, da helles Sonnenlicht und insbesondere UVA-, UVB- und Infrarotstrahlen schwerwiegende Augenerkrankungen (u.a. grauer Star, Photokeratitis, Makuladegeneration, Tumore) verursachen.

Eine Frau, die sich auch die Augen verschleiert, hat je nach Dicke des Schleiers darüber hinaus ein erhöhtes Unfallrisiko, ebenso eine Frau mit wallenden Schleiern, die sich irgendwo verfangen können - beides wohl vergleichbar etwa mit hohen, spitzen Absätzen oder auch Plateaus, langen Schals usw.

Ein Grund, die Verschleierung zu verbieten, ist das Risiko für die Gesundheit freilich nicht - sonst käme man aus dem Verbieten gar nicht mehr heraus.

Unser aller Alltag ist voller völlig legaler Risiken für die Gesundheit, die dann im Sinne einer allgemeinen Gleichbehandlung ebenfalls verboten werden müssten:

  • Soft Drinks
  • Energy Drinks
  • Zigaretten
  • Alkohol
  • Antibabypille
  • Übermäßiges Sonnenbaden (erhöhtes Risiko für Hautkrebs, Augenerkrankungen usw.)
  • Autofahren (die Sonneneinstrahlung durch das Seitenfenster führt an der linken Gesichtshälfte und am linken Auge zu Schädigungen)
  • Haare färben (erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken)
  • Hohe Absätze (Unfallgefahr, Verformung der Fußknochen, Risiko beim Autofahren)
  • Plateauabsätze (Unfallgefahr, Gefahr komplizierter Frakturen)
  • Make-Up (erhöhtes Risiko für Hauterkrankungen, bei manchen importierten Produkten sogar erhöhtes Krebsrisiko)
  • Miniröcke (erhöhtes Risiko, an Infektionen des Urogenitaltraktes wie z.B. Blasenentzündung zu erkranken)
  • Sexspielzeug mit Weichmachern (Krebsrisiko)

... um nur einige weit verbreitete Beispiele zu nennen, die zufälligerweise nicht selten westliche Frauen betreffen.

Immerhin erkranken mit Sicherheit jedes Jahr mehr Menschen an den Folgen von Alkoholika, Nikotin, krebserzeugenden Alltagsprodukten usw. usf. als verschleierte Frauen an UVB- bzw. daraus resultierendem Vitamin-D-Mangel. Letzteres ist zudem deutlich weniger tödlich als viele der Krankmacher, denen wir uns alltäglich aussetzen.

Wer beispielsweise zu Karneval oder "Halloween" eine der weit verbreiteten Masken trägt, die gefährliche Weichmacher enthalten, dürfte allein in der kurzen Zeit seine Gesundheit mehr schädigen als eine Frau, die sich über Jahre verschleiert.

Eine Frau, die sich verschleiert, hat andererseits ein weit geringeres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, tut damit also ihrer Gesundheit durchaus etwas Gutes. Sonnenstrahlung ist schließlich, wenn sie nicht nur in wohldosierten Maßen genossen wird, pures Gift gerade für hellhäutige oder auch rothaarige Menschen.

Bedeckt sie zudem ihre Augen, so läuft sie darüber hinaus weniger Gefahr, diese durch UV-Strahlung und starke Helligkeit dauerhaft zu schädigen (allerdings ersetzt kein Augenschleier eine wirksame Sonnenbrille mit UV-Schutz 400).