Können Frauen mit Burka schwimmen? Könnten sie etwa ihr Kind retten, wenn es zu ertrinken droht?

Wenn mit „Burka“ der afghanische Chadri gemeint ist, so würde dieser sich wahrscheinlich im Wasser einfach vom Körper lösen. Er wird nur über den Kopf gezogen und ist nicht weiter befestigt, zudem ist er vorne nur etwa hüftlang. Im Wasser hätte er keinen festen Sitz. 

Wenn hingegen der Nikab gemeint ist, also der reine Gesichtsschleier, so wird sich dieser ein wenig mit Wasser vollsaugen (je nach verwendeten Materialien) und je nachdem, wie er geschneidert ist (ein- oder mehrlagig, Größe der verwendeten Stofflagen), möglicherweise die Sicht behindern, wenn der Stoff aufschwimmt. Er ließe sich aber leicht über den Kopf nach hinten zurückschlagen oder auch vom Kopf herunterziehen (wenn er separat getragen wird und nicht in einen Khimar integriert ist). 

Problematischer wäre die übrige Kleidung (Mantel, Dschilbab, Abaya, Tscharschaf usw.), da diese sich je nach Material mit Wasser vollsaugt und die Schwimmerin unter Wasser zieht. Dieses Problem hat aber nicht eigentlich mit „Burka“ oder Nikab zu tun, sondern generell mit Kleidung - auch eine Nonne hätte dieses Problem.

Am Strand wird eine Muslima möglicherweise einen Burkini tragen, der gut zum Baden und Schwimmen geeignet ist, da er sich nicht mit Wasser vollsaugt. Er bietet im Übrigen einen guten Schutz vor einem Sonnenbrand und damit vor Hautkrebs. 

Die Alternative wäre ein Dschilbab, bestehend aus einem Khimar mit Ärmeln und einer Hose und aus einem Material gefertigt, das sich nicht mit Wasser vollsaugt.