Soll der Niqāb eigentlich verhindern, dass eine Frau von anderen erkannt wird?

Manche Frauen, die Niqāb tragen, bejahen dies und verweisen dazu auf einen Hadith, nach der Aisha, eine der Frauen Muhammads, erklärte: „Der Gesandte Allahs [Muhammad] pflegte sein Fadschr-Gebet [zur Zeit der Morgendämmerung] zu verrichten, und einige mit Schleiern bedeckte gläubige Frauen waren es gewohnt, bei seinem Fadschr-Gebet anwesend zu sein, danach gingen sie unerkannt nach Hause” (Sahih al-Bukhari Band 1, Buch 8, Hadith 368).

Daraus folgern islamische Gelehrte, dass die Kleidung der gläubigen Frauen diese so verbarg - einschließlich des Gesichts -, dass sie nicht erkannt werden konnten. Da Muhammad dieses Verhalten der gläubigen Frauen nicht gerügt hat, gilt es als Sunna (empfehlenswert).

Darum verhüllen sich manche Frauen so, dass sie nicht erkannt werden können. Sie versuchen dann auch, sich möglichst nicht anders als andere Niqābi in ihrer Umgebung zu kleiden (schwarz, ähnlicher Kleidungsstil).

Andere Frauen legen nicht so viel Wert darauf, dass sie nicht erkannt werden können.