Wenn eine Frau Niqāb trägt, kann ihr Kind ja nie das Gesicht der Mutter sehen. Ist das nicht eine völlig falsche Erziehung und zum Nachteil der Kinder?

Eine Frau, die Niqāb trägt, tut dies ja für gewöhnlich nur in der Öffentlichkeit - im Haus eigentlich nur, wenn fremde Männer anwesend sind.  Ansonsten trägt sie keinen Niqāb und meist auch keinen Hidschāb.

Das Kind sieht also sehr häufig das Gesicht der Mutter.

Übrigens: Frauen mit Niqāb schlafen auch ohne Niqāb, putzen sich ihre Zähne ohne Niqāb, duschen ohne Niqāb - und auch im Schlafzimmer sind sie ohne Niqāb.

Ich argwöhne übrigens, dass die hierzulande tatsächlich geäußerte Annahme, Frauen mit Niqāb würden diesen niemals abnehmen, daher kommt, dass uns die Werbung vormacht, dass Frauen immer perfekt gestylt, immer wahre Schönheitsköniginnen sind. Immer gut angezogen, immer perfekt geschminkt. Und es gibt Frauen, die bringen nicht einmal den Müll vor die Haustür, wenn sie nicht vorher ihr Make-up überprüft und den Lippenstift nachgebessert haben.

Dieses Ideal der immer perfekt aussehenden Schönheitskönigin wird offenbar von manchen unbewusst auf den Niqāb der muslimischen Frau übertragen: Immer verschleiert. Nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in Gegenwart der Kinder, auch in einer reinen Frauenrunde, auch in der eigenen Wohnung, sogar dann, wenn nur der eigene Ehemann anwesend ist,

Allerdings ziehen viele muslimische Frauen es vor, sich zwar in der Öffentlichkeit oder in Gegenwart fremder Männer zu verschleiern, sich aber für ihren Ehemann schön zu machen. Da ist dann auch enge Kleidung erlaubt. Es stimmt also auch nicht, dass die Niqābi niemals enge Kleidung tragen. Viele benutzen dann auch Make-up, Parfüm, High Heels, Reizwäsche. Aber das alles eben nur für den Ehemann.