Tscharschaf

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Tscharschaf

CarsafDer Tscharschaf (türkisch Çarşaf) ist ein aus dem 19. Jahrhundert stammendes türkisches Gewand, das in der Regel aus einem weiten, bodenlangen Rock und einem hüftlangen Oberteil (ähnlich einem Khimar) besteht.

Traditionell ist er schwarz, und mit Nadeln wird der Stoff meist so festgesteckt, dass der untere Teil des Gesichts verdeckt wir. 

Manchmal weist der Tscharschaf angearbeitete Ärmel auf, manchmal nur Schlitze, um die Hände durchzustecken.

Wörtlich übersetzt bedeutet Çarşaf "Betttuch". Etwa 1 - 2 % der Muslimas in der Türkei tragen den traditionellen Tscharschaf.

Modernere Formen des Tscharschaf sind deutlich bequemer zu tragen. Hier wird das Kopftuch mit Bändern am Hinterkopf befestigt, so dass keine Nadeln mehr benötigt werden. Neben schwarz halten zunehmend auch andere Farben Einzug.

Der Tscharschaf findet so auch zunehmend in Deutschland Verbreitung. Hier tragen ihn sowohl türkische Frauen als auch deutsche Frauen, die zum Islam konvertiert sind. Obwohl der Tscharschaf einen einfachen Gesichtsschleier integriert hat (der Tscharschaf kann so befestigt werden, dass nicht nur das Kinn, sondern auch Mund und Nase bedeckt sind), tragen manche Frauen einen separaten Nikab zum Tscharschaf, manchmal auch Handschuhe.

Modernere Formen des Tscharschaf bieten den Frauen den Vorteil, dass er recht einfach anzulegen ist - den Rock anziehen, das Oberteil aufsetzen und am Hinterkopf mit einem Band befestigen, ggf. am Handgelenk den Stoff richten (hier findet sich manchmal ein Knopf zum Verschließen).

Ein moderner Nachfolger des traditionellen Çarşaf ist der Pardösü, ein bodenlanger Mantel.

Dem türkischen Tscharschaf sehr ähnlich, jedoch neben schwarz auch in vielen anderen Farben erhältlich, ist ein in verschiedenen Ländern vertriebener Zweiteiler aus einem wenigstens hüftlangen Khimar und einem langen, weiten Rock oder einem Hosenrock (Haremshose), der im Handel als „Khimar-Set“, „Dschilbab“ o.ä. erhältlich ist.

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