Mimik

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Mimik

Anders als oftmals angenommen, ist das Ausdrücken und das Erkennen der menschlichen Mimik keine angeborene Fähigkeit des Menschen, sondern wird von ihm erlernt. Dabei gibt es starke kulturelle Unterschiede.

Darum gibt es zwischen verschiedenen Kulturen (z.B. zwischen „Weißen”  wie Europäern, Amerikanern oder Australiern, (Ost-) Asiaten wie Chinesen, Japanern oder Koreanern) und  (Subsahara-) Afrikanern) sogenannte Mimik-Barrieren. Diese Barrieren erschweren die nonverbale Kommunikation untereinander, weil mimische Äußerungen nicht oder falsch verstanden werden.

Das zeigt sich schon daran, wo sich das Spiel der Mimik konzentriert.

„Weiße” etwa verwenden für die Mimik das ganze Gesicht, vor allem aber Mund- und Kinnpartie, Asiaten hingegen konzentrieren sich auf die Augen. Manche Subsahara-Afrikaner dagegen ordnen manchmal bestimmten Gesichtsausdrücken gar keine Gefühle zu, sondern beschreiben einfach nur, was sie sehen (z.B. „Zähne zeigen” statt „lächeln” oder „Wut”).

Was „Weiße” vor allem mit der Mimik der Mund- und Kinnpartie zum Ausdruck bringen, bleibt Asiaten meist verborgen (z.B. Angst und Ekel). Umgekehrt erscheint „Weißen” der Gesichtsausdruck von Asiaten oftmals emotionslos, weil wir vor allem auf Mund- und Kinnpartie achten und das, was Asiaten über ihre Augen ausdrücken, übersehen.

Natürlich stellt auch der Niqāb eine Mimik-Barriere dar. Im Grunde nehmen „Weiße” im Gesicht einer Frau, die Niqāb trägt, ebenso viel oder wenig Mimik wahr wie im Auge eines Asiaten, der Niqāb lässt uns die Frau emotionslos erscheinen.

Für die Mimik des Menschen ist eine Vielzahl von Muskeln zuständig. Diese Muskeln können wir unterschiedlich gut kontrollieren - wobei es vermutlich Unterschiede zwischen „Weißen”, Asiaten usw. gibt.

Für „Weiße” gilt, dass wir diejenigen Muskeln besonders gut kontrollieren können, die für die Mimik des Mund- und Kinnbereiches zuständig sind, weniger gut können wir die Muskeln kontrollieren, die für die Augen zuständig sind.

Damit ist es uns möglich zu verschleiern, was wir eigentlich fühlen oder meinen (z.B. durch ein falsches Lächeln oder durch starke Bewegungen des Kinns bei vorgetäuschter Wut, Trauer oder Enttäuschung). Dabei bleiben die Augen stets unbeteiligt.

Daraus folgt: Wenn eine „Weiße” ihr Gesicht mit Ausnahme der Augen verschleiert, so bleiben darunter jede vorgetäuschte Mimik für den Beobachter verborgen, man sieht weder ein falsches Lächeln noch die vorgetäuschte Wut, Trauer oder Enttäuschung. Die Augen bleiben emotionslos und verraten damit, dass eine etwaige verbale Äußerung nicht glaubwürdig ist.

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