Farḍ

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Farḍ

Das arabische Wort „Farḍ” bedeutet „(religiöse) Pflicht” oder „(göttliche) Verordnung” - es handelt sich dabei um religiöse Verpflichtungen, die Muslime bedingungslos zu erfüllen haben.

Es handelt sich um einen wichtigen Begriff in der islamischen Jurisprudenz. Wer die pflichtgemäßen Handlungen unterlässt, gilt als Ungläubiger.

Neben „Farḍ” gibt es auch noch „Wāǧib" - eine gebotene Handlung. In der Regel werden „Farḍ” und „Wāǧib" synonym verwendet (außer bei der Ḥaǧǧ, der großen Wallfahrt nach Mekka, die nicht Farḍ, sondern Wāǧib ist). 

Die hanafitische Rechtsschule des sunnitischen Islam macht jedoch einen Unterschied. „Farḍ” ist hier, wofür es im Koran, in der Sunna oder im Konsens der Gläubigen (iǧmāʿ) ein zwingendes Argument gibt. Sprechen nicht zwingende, sondern Wahrscheinlichkeitsgründe für eine Pflicht, handelt es sich um „Wāǧib". Wer in der hanafitischen Rechtsschule gebotenen Handlungen unterlässt, gilt anders als der, der eine pflichtgemässe Handlung unterlässt, nicht als Ungläubiger.

Eine Handlung kann neben „Farḍ” (Pflicht) oder „Wāǧib" (geboten) außerdem:

Das Tragen des Niqāb ist in allen sunnitischen Rechtsschulen je nach Situation bzw. nach überwiegender Meinung der Rechtsgelehrten Sunna (empfohlen) oder Farḍ. An keiner Stelle wird es jedoch als Wāǧib, Mubāḥ, Makrūh oder Ḥarām betrachtet. 

Eine Ausnahme ist die Ḥaǧǧ (Hadsch), die große Pilgerfahrt nach Mekka. Hierbei ist einer Frau verboten, ihr Gesicht und ihre Hände zu bedecken  (so wie es Männern hierbei verboten ist, ihr Haupt zu bedecken). Es ist ihr jedoch dann erlaubt, wenn sie fürchtet, dass fremde Männer sie erblicken.

Die Regel ist hier, dass das Bedecken des Gesichts während der Ḥaǧǧ Ḥarām (verboten) ist, jedoch dann Ḥalāl (erlaubt), wenn sie es nach anderen Vorschriften bedecken muss.

Die schafi'itische Rechtsschule verlangt dann jedoch, dass der Schleier das Gesicht nicht berührt. Andere Muslime meinen, die Frau dürfe ihr Gesicht nicht mit einem Niqāb bedecken, der die Augen unbedeckt lässt, jedoch mit einem Stück ihres Gewandes, das sie sich über das Gesicht zieht (siehe Ǧilbāb).

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