Chadri

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Chadri

Der Chadri ist das, was in Deutschland und anderen westlichen Ländern fälschlich als „Burka” bezeichnet wird.

ChadriAls Chadri (auch Tschadri, Tschaderi, Tschadori geschrieben) wird in Afghanistan und Pakistan, teilweise auch in Indien und Bangladesch, ein meist blauer Überwurfschleier bezeichnet, in den ein Niqāb mit einem Stoffgitter für den Bereich der Augen integriert ist.

Als Chadar wird in Afghanistan und Pakistan hingegen ein größeres Kopftuch bezeichnet (auf der arabischen Halbinsel als Tarha bekannt).

Chadri bedeutet (wie auch der Chadar bzw. wie auch der vor allem im Iran verbreitete Čádor) „Zelt”.

Der hüftlange vordere Teil kann recht einfach über den Kopf nach hinten geworfen werden, so dass Gesicht und vorderer Oberkörper vollständig sichtbar werden.

Die Geschichte des Chadri reicht bis in Afghanistans vorislamische Zeit (vor dem 10. Jahrhundert) zurück.

Traditionell wurde der vordere Teil ausschließlich in Gegenwart von Männern zum Bedecken des Gesichts und des vorderen Oberkörpers verwendet. Ansonsten wurde er zurückgeworfen.

Früher bestand der Chadri aus recht guten Stoffen und war aufwendig gearbeitet - heute wird er meist in Südostasien aus billigen Stoffen (meist Kunstfasern) und von ausgebeuteten Arbeitskräften als Massenware hergestellt. Insbesondere arme afghanische Frauen können sich nur die billigsten Exemplare leisten, die das Tragen in jeder Hinsicht zu einer Qual machen.

In Deutschland ist der Chadri äußerst selten - Schätzungen zufolge tragen kaum mehr als 150 - 300 Frauen hierzulande einen echten Chadri.

In Deutschland wird der Chadri oft „Burka” genannt. Gemeint ist aber meist Niqāb, Çarşaf sowie Khimar oder Čádor.

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