Burqini

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Burqini

BurqiniEin Badeanzug, der den ganzen Körper mit Ausnahme des Gesichts, der Hände und der Füße bedeckt, nicht eng anliegt und auch im nassen Zustand weder durchscheinend ist noch die Konturen des Körpers abzeichnet.

Die aus dem Libanon stammende Australierin Aheda Zanetti hat zuerst eine für sportliche Muslimas geeignete Kopfbedeckung namens „Hijood®” erfunden.

Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus „Hijab” (Hidschāb) und „Hood” (Haube).

2004 folgte bald die Erfindung des Burqini®, des Badeanzugs mit integriertem Hijood®, der bisher rund 700.000 mal verkauft wurde. Hintergrund war unter anderem die Öffnung des australischen Rettungsschwimmwesens für Muslime und insbesondere muslimische Frauen.

Es handelt sich nach Überzeugung der Erfinderin nicht um ein islamisches Kleidungsstück, sondern um einen Badeanzug, der für Muslimas geeignet ist - aber auch für andere Frauen, die sich am Strand oder beim Schwimmen bedeckend bekleiden wollen, aus welchen Gründen auch immer.

Der Begriff setzt sich zusammen aus Burqa' und Bikini.

Burqa', eigentlich Burqu', ist ein arabisches Wort, das „Schleier, Bedeckung, Verhüllung” bedeutet. Gemeint ist ein Kleidungsstück, das den ganzen Körper mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen bedeckt. Auch bekannt als Hidschāb.

Der Bikini, 1946 von Louis Réard erfunden und nach dem Bikini-Atoll benannt, auf dem zu dieser Zeit eine Serie von Atomwaffentests stattfanden, ist laut Lexikon ein zweiteiliger Badeanzug - und war beispielsweise an Frankreichs Stränden teilweise bis etwa 1965 verboten.

Der Begriff „Burqini®”, im Deutschen meist „Burkini®” genannt, hat nach Auskunft der Erfinderin nichts mit dem im Westen fälschlich „Burka” genannten Chadri afghanischer Frauen zu tun, dem meist blauen Schleier mit dem integrierten Gesichtsschleier.

Im Jahr 2016 wurde der Burqini® nach Schätzung der Vertriebsfirma zu rund 55 % an muslimische Frauen verkauft und zu rund 45 % nichtmuslimische Frauen. Der Anteil von Nichtmusliminnen soll stetig zunehmen: Frauen mit Hauterkrankungen, Mütter, die keinen Bikini tragen wollen, religiöse Christen, Juden, Hindus, Mormonen.

Hinzu kommt: Der „Burqini®” schützt die Haut der Trägerin zuverlässig vor UV-Strahlen.

Die Begriffe „Burqini®” und „Burkini®” sind eingetragene Markenzeichen; diese in Australien hergestellten Badeanzüge werden in vielen Ländern verkauft.

Zugleich wurde der Begriff zur Sammelbezeichnung für muslimische Badeanzüge für Frauen.

Ähnliche Badeanzüge sind der „Malibas” (Deutschland), „sharia swimsuit” und „swimming hijab” (Ägypten), „Haşema” (Türkei) und „Splashgear” (USA).

Ein hochwertiger Burqini®, gefertigt aus Elastan, ist ebenso hygienisch wie ein Badeanzug, so dass einer Verwendung im Badebetrieb nichts entgegensteht. Der Stoff ist wasserabweisend und fusselt nicht. Der Schnitt des zweiteiligen Badeanzugs gleicht dem von Anzügen für Eisschnellläufer.

Viele Muslimas entkleiden sich nicht gerne vor fremden Frauen (unabhängig von deren Religion) - Einzelkabinen und -duschen sind ihnen darum angenehm, um sich umkleiden und duschen zu können.

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