Gerade unter der Bezeichnung „Hidschāb” tummeln sich heute verschiedenste Möglichkeiten, einen Körper zu verhüllen.

Wir kennen etwa Mädchen mit voluminösen Kopftüchern, figurbetonten Mänteln und engen Jeans und hübschen Schuhen, die ihre Gesichter stark geschminkt haben, sowie Frauen in weiten, bodenlangen Gewändern mit Kopftüchern, die bis weit über die Schultern reichen - und alles zwischen diesen beiden Extremen. Manche kommen sehr farbenfroh daher, andere eher einfarbig - bis hin zu schwarz.

Vorweg möchte ich anmerken: Ich bin kein Muslim und schon gar kein Islamgelehrter. Die folgenden Ausführungen mache ich nach bestem Wissen.

Eine kontrovers diskutierte Frage ist, ob der Niqāb zum einen im Koran vorkommt und ob er zum anderen im Islam Pflicht ist oder nicht.

Geht es hierbei um die Frage, ob man Muslimas erlauben sollte, Niqāb zu tragen, ist diese Kontroverse eigentlich irrelevant; denn zur Religionsfreiheit gehört zweifelsfrei nicht, dass der Mensch sich in von Dritten vorgegebenen Bahnen bewegen und somit anderen die Deutungshoheit über seine Glaubensüberzeugungen und sein Bekenntnis überlassen muss, sondern dass er seine Glaubensüberzeugungen und sein Bekenntnis frei bilden kann, dass er seine Religion gemäß der von ihm gebildeten Überzeugungen und Bekenntnisse frei ausüben kann und dass er den ihm wichtigen Gesetzmäßigkeiten (und dazu gehören nicht nur vermeintliche oder tatsächliche Pflichten) entsprechend frei handeln kann.

Von daher ist die Frage nur, ob der Niqāb den Glaubensüberzeugungen entspricht, die sich eine Muslima gebildet hat. Ist dies der Fall, hat sie das Recht, gemäß ihrer Glaubensüberzeugungen den Niqāb zu tragen.

Dennoch wollen wir die eingangs diskutierten Fragen untersuchen: Kommt also der Niqāb im Koran vor und ist er Pflicht im Islam?

Die allermeisten Frauen, die sich vollständig verschleiern, sind Muslimas - die so genannten Niqābi.

Vor allem in islamischen Ländern gibt es auch Christinnen, die sich vollständig verschleiern; außerdem tragen einige christliche Ehefrauen von Muslimen aus freier Entscheidung und aus familiären Gründen einen Niqāb

In Israel gibt es außerdem einige jüdische Frauen, die sich mit einer so genannten Frumka vollständig verschleiern.

In diesem Artikel soll es jedoch nur um die muslimischen Niqābi gehen, nicht um die vollständig verschleierten Frauen, die keine Muslimas sind.

Unzählige Bilder zeigen uns, wie man sich Maria, die Mutter Jesu, in den verschiedenen Jahrhunderten je und je vorgestellt hat. Meist trägt sie ein Kopftuch, das freilich fast immer ein paar Haare sehen lässt. Manchmal sind es gar blonde Locken und blaue Augen, und auch die Hautfarbe erinnert eher an Europäerinnen.

Diese Bilder zeigen Maria praktisch immer aus Sicht des jeweiligen Künstlers und eingebettet in seine Umwelt.

Natürlich pflegt jede Niqābi im Hinblick auf ihren Niqāb ihren eigenen Lebensstil. Hier nur einige Hinweise, wie sie mit ihrem Niqāb umgeht.