Die allermeisten Frauen, die sich vollständig verschleiern, sind Muslimas - die so genannten Niqābi.

Vor allem in islamischen Ländern gibt es auch Christinnen, die sich vollständig verschleiern; außerdem tragen einige christliche Ehefrauen von Muslimen aus freier Entscheidung und aus familiären Gründen einen Niqāb

In Israel gibt es außerdem einige jüdische Frauen, die sich mit einer so genannten Frumka vollständig verschleiern.

In diesem Artikel soll es jedoch nur um die muslimischen Niqābi gehen, nicht um die vollständig verschleierten Frauen, die keine Muslimas sind.

Von den muslimischen Niqābi gehören die meisten zum sunnitischen Islam und hier meist zu einer der vier traditionellen Rechtsschulen (Hanafiten, Hanbaliten, Malikiten und Schafi'iten) - alle Rechtsschulen betrachten den Niqāb als Sunna, also als den Traditionen des Propheten Muhammad gemäß. Er gilt stets als empfehlenswert oder verdienstvoll, unter bestimmten Bedingungen auch als Pflicht. Keine dieser Rechtsschulen verbietet den Niqāb oder hält ihn für unislamisch (dennoch ist umstritten, wie nun genau mit dem Niqāb verfahren werden solle).

Einige der Niqābi gehören zur Wahhābīya, einer Strömung innerhalb der hanbalitischen Rechtsschule des Islam. Die Wahhābīya ist Staatsreligion in Saudi-Arabien. Hier gilt die Verschleierung des Gesichts de facto als Pflicht.

Einige andere gehören zur Salafiyya (fälschlich oft als „Salafismus” bezeichnet), eine übrigens recht heterogene Reformbewegung im Islam, die sich an den „frommen Altvorderen” orientieren und eng mit der Wahhābīya in Saudi-Arabien verflochten ist. Die verschiedenen Strömungen der Salafiyya gehen durchaus unterschiedlich mit der Frage um, ob die Verschleierung des Gesichts Pflicht ist oder nicht.

Es ist schwer zu sagen, wie viele der bis zu 6.500 Niqābi in Deutschland je und je zu welcher Rechtsschule bzw. Strömung gehören. Eine Gleichsetzung von „Burka” und „Salafismus” verbietet sich jedenfalls, auch wenn sicherlich viele Niqābi in Deutschland zu einer der vielen verschiedenen Strömungen der Salafiyya gehören. Andere stehen jedoch eher der aus Ägypten stammenden Muslimbruderschaft nahe, die wiederum eher von der malikitischen Rechtsschule des sunnitischen Islam geprägt ist.