Heute leben schätzungsweise bis zu 6.500 Frauen in Deutschland, die einen Niqāb tragen. Das ist der bisherige Höchststand, aber die Zahl dürfte stetig zunehmen.

Ein häufiges Argument gegen den Niqāb ist, dass Kinder Angst vor den „vermummten” Frauen hätten.

Aufgrund zahlreicher Begegnungen meiner Frau, wenn sie Niqāb trägt, mit Kindern weiß ich allerdings, dass diese Behauptung in der Regel unzutreffend ist. Die häufigste Reaktion von Kindern auf den Niqāb meiner Frau ist nicht Angst oder Schrecken, sondern Neugierde.

Hierzulande nehmen viele Nichtmuslime an, der Hidschāb (und ebenso der Niqāb) seien Zeichen der Unterordnung der Frauen unter ihre Männer, Symbole der Unterdrückung.

Im Islam allerdings werden Hidschāb (und ebenso der Niqāb) nicht so gesehen.

Tatsächlich spielt uns hier unsere eigene christliche Geschichte einen Streich.

Bei meiner Beschäftigung mit dem Thema „Kopftuch und Burka” habe ich immer deutlicher gesehen, dass es entgegen der landläufigen Annahme keinen prinzipiellen Unterschied zwischen dem einen und dem anderen gibt. Der Unterschied zwischen Kopftuch und Burka ist gradueller, nicht prinzipieller Natur.