Ich habe mich, als ich diesen Artikel verfaßt habe, gefragt, wie Gott - also der Gott und Vater Jesu Christi, an den wir Christen glauben - über jene von uns Christen denkt, die Muslimas zwingen, den Niqāb abzulegen.

Ich denke, es ist ebenso, als würden wir Muslime zwingen, Alkohol oder Schweinefleisch zu konsumieren - Gott würde uns zur Rechenschaft ziehen.

So auch, wenn wir eine Frau, für die Niqāb Farḍ (Pflicht) ist, zwingen würden, den Niqāb abzulegen. Gott würde uns dafür zur Rechenschaft ziehen, auch wenn er den Niqāb nicht als Pflicht betrachtet. Wenn es für die Frau Pflicht ist, dann wird Gott sie in ihrem Pflichtgefühl gegen uns schützen.

Ich glaube, Gott würde uns auch die „Leviten lesen”, wenn wir einer Frau, für die Niqāb lediglich Sunna (empfehlenswert) ist, den Niqāb verbieten würden.

Ich glaube, dass Gott möchte, dass wir auch denen, die anders glauben als wir, die Möglichkeit schenken, ihr Leben nach ihren Glaubensüberzeugungen zu ordnen, damit sie in ihrem Leben Glück und Erfüllung finden.

Wenn wir das nicht tun, wird er uns so behandeln, als hätten wir Christen verboten, nach christlichen Glaubensüberzeugungen zu leben. Gott setzt sich für die Minderheiten und die Randgruppen ein und steht vorbehaltlos auf ihrer Seite. Ein „Burkaverbot” ist eine Rebellion gegen den Gott, der sich für Schwache und für Minderheiten stark macht.

Wann immer wir eine Frau daran hindern, Niqāb zu tragen, wird Gott ihr wohl diejenigen Belohnungen zukommen lassen, mit der sie nach ihrem aufrichtigen Glauben rechnet.

Und wir werden, das fürchte ich, die Bestrafung erhalten, mit der sie nach ihrem Glauben rechnen muss.

Denn Gott ist ein gerechter Gott, der keine Missetat, mit der wir uns an anderen Menschen versündigen übersieht. Auch dann nicht, wenn diese anderen Menschen keine Christen, sondern beispielsweise Muslime sind.