Dass es auch im Christentum eine Verschleierung der Frauen gibt, ist weithin bekannt (vor allem im Hinblick auf Nonnen) - weniger bekannt dürfte sein, dass es auch religiös motivierte Haartrachten für Frauen gibt.

Es werden dabei vor allem zwei Regeln beachtet:

  1. Die Mädchen und Frauen sollen ihre Haare nicht abschneiden
  2. Die Mädchen und Frauen sollen ihre Haare nicht offen tragen

Die langen Haare werden meist zu einem Knoten am Hinterkopf gebunden oder zu einem oder mehreren Zöpfen geflochten. 

Besonders bekannt für solche Haartrachten sind die weit verzweigten Kirchenfamilien der Mennoniten sowie der Baptisten, ansonsten findet man religiös motivierte Haartrachten in verschiedenen (alt-) pietistischen, evangelikalen und freikirchlichen Gemeinden, manchmal auch in charismatischen und pfingstkirchlichen Gemeinden. 

Dazu kommen oft noch meist lange Röcke anstelle von Hosen, langärmelige und oft hochgeschlossene Blusen, Schuhe ohne hohe Absätze, der Verzicht auf Make-up oder Schmuck. 

In manchen der Gemeinden tragen die Mädchen und Frauen sehr ähnliche Kleidung (Unterschiede gibt es manchmal nur zwischen unverheirateten Mädchen und verheirateten Frauen), was den oft betont schlichten Schnitt und die meist gedeckten Farben betrifft und natürlich sehr ähnliche Haartrachten. 

In einigen wenigen Gemeinden wird auch erwartet, dass die Mädchen und Frauen eine Haube auf dem Kopf tragen (etwa bei den Amischen und einigen Mennoniten). Diese bedeckt das Haar nicht vollständig wie ein Kopftuch oder ein Schleier, eher wie bei der Haube einer Diakonisse.