Nach einem englischsprachigen Bericht in der National Post ist es einfacher, einen Lügner bei einer Falschaussage zu überführen, wenn er einen Niqab trägt.

Siehe hierzu http://news.nationalpost.com/news/canada/easier-to-spot-a-liar-in-a-niqab-says-study-challenging-canadas-courtroom-ban-on-muslim-veils

Kanadische Forscher haben herausgefunden, dass der Niqab es anderen erleichtert, eine Lüge zu entdecken. Dies liegt gemäß der Wissenschaftler daran, dass man sich dann auf das konzentriert, was eine Person aussagt - nicht auf das Aussehen der Person.

Ohne Niqab lag die Trefferquote im Hinblick auf gelogene Aussagen bei 50 % - ebenso gut könnte man eine Münze werfen.

Mit einem Hidschāb oder Niqāb allerdings stieg die Trefferquote über dieses reine Zufallsmuster.

Der Bericht weist auf das überraschende Ergebnis hin, dass der Niqāb Menschen in schlechte Lügner verwandle.

Wie die National Post berichtet, kamen Forscher in den Niederlanden und in Großbritannien zu ähnlichen Ergebnissen.

In dem Bericht heißt es weiter, dass man einen Lügner gut daran erkennen kann, dass er nicht in der Lage ist, seine Aussage (im Beispiel eine Aufzählung seiner Reisestationen) in chronologisch umgekehrter Reihenfolge zu machen.

Außerdem verhindere der Niqab, dass die Mimik einer Person falsch gedeutet werde - wir glauben oft, wir wüssten, an welchen mimischen Äußerungen wir eine Lüge erkennen könnten - allerdings liegen wir dabei normalerweise falsch, wir überschätzen uns.

Aus dieser Studie lassen sich auch für Deutschland Erkenntnisse ziehen - und auch hierzulande sollten entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden.

Schon jetzt kann man aber sagen: Der Niqāb verhindert nicht, dass wir einem Lügner auf den Leim gehen.

Was man aber auch sagen kann: Wer die Glaubwürdigkeit eines Zeugen beurteilen will, muss sich auf die fachkundige Meinung eines Gerichtspsychologen verlassen. Nur ein solcher Experte vermag mit einiger Sicherheit zu beurteilen, ob ein Zeuge glaubwürdig ist oder nicht. Wir Normalsterblichen verfügen nicht über die fundierte Ausbildung, um die Glaubwürdigkeit eines Zeugen richtig einzuschätzen, auch wenn wir das gerne von uns glauben. Aber wir kommen zu keinem besseren Ergebnis als eine Münze.

Es ist ein Mythos, dass nur der Blick ins Gesicht einen fairen Prozess ermöglicht. Erstaunlicherweise halten wir sogar an diesem Mythos fest, obwohl uns ja eigentlich blinde Richter vom Gegenteil überzeugen müssten.