Weil immer wieder gefragt wird, wie Niqāb oder Burqa' denn aussehen, habe ich einige Bilder gesucht, um diese Schleier zu zeigen.

Niqāb

NiqabDer Niqāb ist häufig schwarz, kann aber auch jede andere Farbe haben, meist aber eher gedeckt (dunkelgrün, dunkelblau, braun...). Auch weiß kommt durchaus vor.

Das arabische Wort نقاب (Niqāb) bedeutet eigentlich nur (Gesichts-) Schleier oder Maske, kann also jeden Schleier meinen, meist wird darunter aber ein Schleier wie auf dem Bild links verstanden. Er ist einlagig oder mehrlagig, wobei die unterste, blickdichte Lage meist einen Sehschlitz aufweist, während die weiteren Lagen aus durchscheinendem Stoff bestehen und keinen Sehschlitz aufweisen.

Der Niqāb wird meist mit Bändern, Druckknöpfen oder Klettverschlüssen am Hinterkopf geschlossen.

Der Niqāb ist recht flexibel und wird auch deswegen am Häufigsten getragen.

Burqa' (Chadri)

Genauer gesagt: Ein Burqa' (Schleier), der in Afghanistan und Pakistan als „Chadri” bezeichnet wird (in Deutschland manchmal „Tschaderi” geschrieben).

BurqaDer Chadri ist meist blau, kann aber auch so ziemlich jede andere Farbe haben (grün, rot, weiß, schwarz usw.).

Er wird vor allem in Pakistan und Afghanistan getragen. In Deutschland kommt er so gut wie gar nicht vor.

Ursprünglich war Blau als Farbe aufgrund des höheren Preises eher wohlhabenden Frauen vorbehalten, doch seitdem blaue Chadri nicht mehr teurer sind als solche in anderen Farben, ist blau zur vorherrschenden Farbe geworden.

Im Grunde genommen ist der Chadri ein Schleier (Burqa') mit integriertem Gesichtsschleier (Niqāb), wobei anstelle des Sehschlitzes ein Netz im Bereich der Augen eingearbeitet ist. Dafür ist der Gesichtsschleier des Chadri immer einlagig.

Vorne ist der Chadri etwa hüftlang. Oben ist eine Kappe eingenäht, durch die der Chadri auch dann sicher sitzt, wenn der vordere Teil mit dem Gesichtsschleier über den Kopf nach hinten geworfen wird.

Sehr viele Muslima, die Niqāb tragen, lehnen den Chadri aus verschiedenen Gründen ab. Im Westen tragen viele Frauen, die aus Afghanistan oder Pakistan stammen, anstelle des Chadri einen Hidschāb und ggf. einen Niqāb.

Çarşaf (Tscharschaf)

CarsafDem Niqāb auf den ersten Blick sehr ähnlich ist der Çarşaf.

Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus langem Rock oder weiter Hose und einem langen Überwurftuch (Khimar).

Dieses Tuch ist so geschnitten, dass es so befestigt werden kann, dass es das Gesicht bis über das Kinn, bis unter die Nase oder - wie auf dem Bild links - bis unter die Augen bedeckt.

Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Çarşaf ist vor allem in der Türkei und unter türkischen Muslimas in der Diaspora verbreitet.

Čádor (Tschador)

Tschador Der Čádor („Zelt”) ist der traditionelle Schleier schiitischer Frauen im Iran und meist schwarz.

Es handelt sich dabei um ein großes halbkreisförmiges Tuch, das als Mantelumhang um Kopf und Körper geschlungen wird. Dabei kann das Gesicht teilweise verschleiert werden.

Hidschāb

HidschabHidschāb bezeichnet ursprünglich die Vorschriften für Bekleidung und Verhalten der muslimischen Frau in der Öffentlichkeit bzw. in Gegenwart fremder Männer.

Hidschāb ist demnach ein blickdichtes Gewand, das Körper und Kopf mit Ausnahme des Gesichts und der Hände vollständig bedeckt und die Konturen verbirgt. 

Mit dem Begriff Hidschāb wird darüber hinaus häufig jede Form der Kopfbedeckung muslimischer Frauen bezeichnet - vom einfachen Tuch, das im Nacken gebunden wird und den Haaransatz nicht bedeckt über ein Kopftuch, das Kopf und Hals mit Ausnahme des Gesichts vollständig bedeckt bis hin zu einem Kopfschleier, der mit Ausnahme des Gesichts Kopf, Hals, und Schultern vollständig bedeckt.