Wie uns die gestrigen terroristischen Akte, von denen Paris heimgesucht worden ist und bei denen nicht einer der Terroristen einen Niqāb getragen hat, ganz deutlich gezeigt haben, bringt ein „Burkaverbot” nicht mehr Sicherheit, auch wenn dies ein zentrales Argument der UMP-Regierung von Nicolas Sarkozy in Frankreich war, das für den gesamten öffentlichen Raum geltende Verbot von Niqāb und Burqa durchzusetzen.

Das hatte zuvor auch schon der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erkannt, der dieses Argument zurückgewiesen hat.

Die Medien unternehmen immer wieder einmal „Burka-Experimente” - stecke eine Journalistin oder einen „Promi” in eine Burqa - und dann berichte, was ihr widerfahren ist. Den jüngsten Versuch haben die Schweizer „20 Minuten” gestartet: „Ein Morgen unter der Burka”.

Wenn Sie wissen wollen, wie es ist, einer Frau, die Niqāb trägt, zuzuhören, kann ich Ihnen einige YouTube-Videos empfehlen, in denen diese Frauen zu Wort kommen. Schauen Sie einfach hin, hören Sie einfach zu...

Ich gehe davon aus, dass Sie sehr genau verstehen können, was die Frauen Ihnen sagen wollen, was sie Ihnen mitteilen wollen.

Beginnen wir mit einer deutschen Muslima, die erzählt, warum ihr Niqāb so gut gefällt:

Ich finde, man kann ihr sehr gut zuhören und auch zuschauen. Ihren Niqāb empfinde ich überhaupt nicht als störend, wenn ich ihr zuschaue und zuhöre.

Im Internet gibt es eine Petition für ein „Burkaverbot”, die Tobias Huch sowie Serkan Tören führen, beides FDP-Politiker.

Hier einige Anmerkungen zu dieser bei Rechten sehr beliebten und auf entsprechenden Seiten häufig beworbenen Petition, die ich hier aber - wie auch jeden rechten oder islamfeindlichen Müll - nicht verlinken werde.

Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblattes” (siehe hier) wundert sich Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), dass „Frauen Burka tragen möchten”.

Nun ja - die meisten verschleierten Frauen würden wohl nie auf die Idee kommen, eine Burqa tragen zu wollen. Von den schätzungsweise 400 - 600 Frauen, die in der Freien und Hansestadt Hamburg einen Niqāb tragen, sind es wohl nicht mehr als ein oder zwei Dutzend, die tatsächlich eine Burqa tragen.