Einem Bericht der Bayrischen Staatszeitung zufolge hält sich die bayrische Staatsregierung ein Verbot der sogenannten Burka nach dem Vorbild des laizistischen Frankreich - wo (anders als in Bayern mit seinem Religionsunterricht, den Kruzifixen und dergleichen mehr) Religion ausschließlich Privatsache ist - offen.

Die Staatsregierung hält an der unsinnigen Auffassung fest, nur so sei „eine offene Kommunikation miteinander möglich, auf der unser Zusammenleben basiert”. Unsinnig ist diese Auffassung, weil eine „offene Kommunikation” und damit ein gelingendes Miteinander nun einmal nicht vom Blick ins Gesicht abhängt, sondern von der Bereitschaft, weltoffen und tolerant zu sein.

Während Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner sich für ein Burkaverbot an den Bekleidungsvorschriften im theokratischen Gottesstaat Iran orientiert (auch wenn das Kopftüchlein, dass sie da getragen hat, nicht einmal mit viel gutem Willen als Hidschāb bezeichnet werden könnte), orientiert sich die CSU meist am Burkaverbot des streng laizistischen Frankreich - weiter auseinander könnten die Vorbilder, an denen man sich orientiert, wohl kaum sein. Ein weiteres Vorbild für ein Burkaverbot ist freilich immer die AfD, der auch Julia Klöckner und andere CDU-Politiker nacheifern.

Die Faszination der CSU für den französischen Laizismus geht freilich nicht so weit, dass man neben der Burka dann auch folgerichtig Kruzifixe in Schulen, Amtsgebäuden, Gerichten usw. abnehmen, den Religionsunterricht an staatlichen Schulen abschaffen oder den staatlichen Einzug der Kirchensteuer einstellen möchte, dass man also ganz konsequent Religion zur Privatsache erklärt und einen laizistischen Staat ausruft. Auch in Sachen Religion orientiert sich die CSU eben doch eher an der AfD und will die Religionsfreiheit insbesondere der Muslime einschränken.